Melisse

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MelisseDie sanfte Melisse erinnert das ungeübte Auge ein wenig an die Brennnessel. Doch wenn sich die weißen Lippenblüten zeigen, erkennt man die Melisse. Auch der zitronenähnliche Duft ist typisch für die Melisse, weswegen sie auch oft Zitronenmelisse genannt wird.

Bienen umschwirren die zarten Blüten der Melisse, weshalb sie auch Bienenkraut oder Bienenfang genannt wird.

Die Heilwirkungen der Melisse sind weitaus vielfältiger, als man gemeinhin denkt.

Sie hilft nicht nur gegen Beschwerden des Nervensystems, sondern auch die der Verdauung, der Atmungsorgane, des Stoffwechsels und der Haut.


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Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause.
Ein Kindle-Ebook von Eva Marbach, der Autorin dieser Webseite.


Steckbrief

Wissenschaftlicher Name:

Melissa officinalis

Pflanzenfamilie:

Lippenblütler = Lamiaceae

Andere Namen:

Bienenkraut, Herztrost, Honigblum, Mutterwurz, Nervenkräutel, Zahnwehkraut,  Zitronella, Zitronen-Melisse

Wichtige Inhaltstoffe:

ätherisches Öl, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Schleim, Glykosid, Saponin

Verwendete Teile:

Das ganze Kraut

Zubereitungsformen:

Tee, Tinktur, Ätherisches Öl, Tabletten

Bezugsquellen:

Garten, Apotheke, Läden

Sammelzeit:

Juni und Juli

Wirkungen:

anregend, antibakteriell, beruhigend, entspannend, krampflösend, kühlend, pilzhemmend, schmerzstillend, schweißtreibend, virushemmend

Haupt-Anwendungen:

Nervosität, Herpes

Anwendungsgebiete

Der Schwerpunkt der Anwendungsgebiete der Melisse liegt im Bereich der Nervensystems. Obwohl es widersprüchlich klingt, wirkt sie sowohl anregend als auch beruhigend. Das liegt daran, dass sie weder aufputscht, noch müde macht, sondern harmonisiert und entkrampft.

Außer dieser Fähigkeit wirkt die Melisse gegen verschiedene Arten von Krankheitserregern, seien es Bakterien, Viren oder Pilze.

Nachfolgend die wichtigsten Anwendungsgebiete der Melisse:


·         Angstzustände

·         Appetitlosigkeit

·         Asthma

·         Blähungen

·         Blutergüsse

·         Bronchitis

·         Erkältung

·         Fieber

·         Geschwüre

·         Gicht

·         Grippe

·         Herzbeschwerden (nervöse)

·         Husten

·         Insektenstiche

·         Ischias

·         Kopfschmerzen

·         Lippen-Herpes

·         Magenkrämpfe

·         Magenleiden

·         Menstruationsbeschwerden

·         Migräne

·         Milchstau

·         Neuralgien

·         Ohrenschmerzen

·         Periodenkrämpfe, PMS

·         Quetschungen

·         Reizbarkeit

·         Rheuma

·         Schlafstörungen

·         Sodbrennen

·         Unruhezustände

·         Wechseljahrsbeschwerden

·         Wunden

·         Zahnschmerzen


Anwendung

Am häufigsten wird die Melisse als Tee verwendet. Auch als Tinktur oder den beliebten Melissengeist kennt man die Melisse. Das ätherische Öl hilft gegen Herpesviren und duftet fein zitronig.

Melissen-Tee

Der Melissen-Tee wird nicht nur wegen seiner Heilfähigkeiten, sondern auch wegen seines Geschmackes gerne getrunken. In Teemischungen wird die Melisse daher häufig zur Geschmacksverbesserung beigefügt.

Dennoch sollte man die Melisse nicht ständig als Haustee trinken, sonst wirkt sie nicht mehr, wenn man ihre Heilwirkung braucht.

Für einen Melissen-Tee nimmt man einen Teelöffel des getrockneten Krautes und übergießt es mit einer Tasse kochendem Wasser. Zehn bis 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. In kleinen Schlucken trinken.

Solch ein Tee hilft bei fast allen Krankheiten, die in der Anwendungsliste aufgeführt sind. Insbesondere bei Unruhe, Frauenbeschwerden und nervösen Beschwerden des Herzens und der Verdauung hilft Melisse.

Melissen-Tinktur, Geist und Tabletten

Eine Melissen-Tinktur kann man sich selber herstellen (siehe Seite 106). Der klare Melissengeist ist im Handel erhältlich. Beide kann man sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Innerlich eignen sie sich zur Stärkung der Verdauung und der Nerven, äußerlich für Einreibungen bei Muskelschmerzen oder Nervenreizungen.

In manchen Tabletten ist Melisse zusammen mit anderen Heilpflanzen enthalten, beispielsweise mit Baldrian zur Beruhigung oder mit anderen Kräutern gegen Wechseljahrsbeschwerden.

Ätherisches Melissenöl

Das ätherische Melissenöl ist sehr kostbar, weil man viele Melissenpflanzen braucht, um es zu gewinnen. Dieses fein zitronig duftende Öl ist aber auch kostbar, weil es starke Heilwirkungen hat.

Beispielsweise kann Melissenöl Herpesviren bekämpfen und so Lippenherpes heilen. Auch gegen andere Krankheitserreger hilft Melissenöl.

In Pflanzenölen oder Cremes sorgt Melissenöl für einen angenehmen, frischen Duft und wirkt sanft heilend auf die damit eingeriebene Haut.

Pflanzenbeschreibung

Die Melisse ist in Südeuropa heimisch. Wegen ihrer sanften Heilwirkungen wird sie häufig in mitteleuropäischen Gärten angebaut.

Die mehrjährige Pflanze bevorzugt sonnige Plätze, braucht aber auch ausreichend Wasser. Sie wird meistens etwa 50 cm hoch.

Im Frühling sprießen die Stengel mitsamt den Blättern aus dem Boden. Die eingekerbten, eiförmigen Blätter wachsen gegenständig aus dem Stengel. Sie duften mild nach Zitrone.

Im Hochsommer bilden sie rund um den Stengel quirlförmig angeordnete weiße Lippenblüten.



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