Bäder

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Bäder sind eine intensive Möglichkeit, Kräuter anzuwenden.

Im Allgemeinen bereitet man entweder einen Tee für die Anwendung als Bad oder man verdünnt eine Tinktur für diesen Zweck. Die Wirkung der Badeanwendung ist bei beiden Varianten weitgehend gleich. Bei Verwendung einer Tinktur kommt jedoch die desinfizierende und austrocknende Wirkung des Alkohols hinzu.

Man kann für eine Badeanwendung auch ätherische Öle verwenden. Damit sich die ätherischen Öle im Badewasser auflösen, braucht man einen Emulgator, der Öl und Wasser verbindet. Man kann in speziellen Läden für Kosmetik-Rohstoffe, z.B. Spinnrad, solche flüssigen Emulgatoren kaufen. Alternativ kann man auch Milch als Emulgator verwenden. Milch ist zudem sehr gut für die Haut. Alternativ dazu kann man auch fertige Badezusätze verwenden.

Je nachdem, welcher Bereich des Körpers behandelt werden soll, macht man ein Vollbad oder ein Teilbad.

Vollbad

Bei einem Vollbad wird die ganze Badewanne mit Wasser und Kräuterauszügen gefüllt.

Zu der Wirkung der Kräuter kommt die Wirkung des Ganzkörperbades hinzu. Allein schon das warme Wasser, in dem der Körper liegt, hat eine entspannende und durchblutungsfördernde Wirkung. Die Wirkung der Kräuter ergänzt diesen Effekt.

Ein Vollbad eignet sich beispielsweise dann, wenn die gesamte Haut von einem Problem betroffen ist, oder der gesamte Bewegungsapparat. Aber auch bei seelischen Problemen wie Stress oder Überarbeitung kann ein Vollbad gut helfen.

Weil man für ein Vollbad viel Wasser braucht, benötigt man auch entsprechend viele Kräuter. Ungefähr 100 Gramm getrocknete Kräuter werden für ein kraftvolles Vollbad benötigt. Bei der Verwendung von frischen Kräutern braucht man noch deutlich mehr.

So bereiten Sie ein Kräuter-Vollbad zu:

·         Geben Sie etwa 100 Gramm getrocknete oder 500 Gramm frische Kräuter in einen hitzefesten Eimer. Wenn Sie es haben, können Sie die Kräuter auch in einen Stoffbeutel geben, ähnlich wie bei einem Teebeutel, nur deutlich größer.

·         Erhitzen Sie etwa 5 Liter Wasser bis zum Kochen.

·         Übergießen Sie die Kräuter im Eimer mit dem kochenden Wasser.

·         Lassen Sie währenddessen das Wasser in die Badewanne einlaufen. Das Badewasser sollte zwischen 28°C und 37°C liegen.

·         Der Kräutertee im Eimer sollte etwa 15 Minuten ziehen.

·         Gießen Sie den fertigen Kräutertee anschließend durch ein Sieb in die Badewanne. Wenn Sie die Kräuter ein einem Beutel haben, brauchen Sie kein Sieb, sondern können den Tee direkt in die Badewanne gießen. Binden Sie den Beutel zu und befestigen Sie ihn am Wasserhahn, sodass er in die Badewanne hängen kann, um das Kräuter-Vollbad zu intensivieren.

·         Legen Sie sich in die Badewanne.

·         Bleiben Sie 15 bis 20 Minuten in der Badewanne.

·         Anschließend können Sie sich kalt abduschen, wenn Sie das mögen oder sich abhärten wollen.

·         Trocknen Sie sich anschließend ab und legen Sie sich gut zugedeckt für eine gute Stunde ins Bett. In dieser Zeit kann das Kräuterbad nachwirken.

 

Für Hautprobleme eignen sich beispielsweise Kamille, Schafgarbe oder Lavendel. Gegen Kopfschmerzen, Erkältung oder zur Belebung kann man ein Bad mit Pfefferminze oder Rosmarin durchführen.

Zur Entspannung kann man ein Bad mit Lavendel durchführen.

Teilbad

Bei einem Teilbad wird nur ein kleiner Bereich des Körpers gebadet.

Meistens wird der Körperteil gebadet, mit dem man Gesundheitsprobleme hat, beispielsweise die Hände bei Handarthrose oder ein Sitzbad bei Frauenbeschwerden.

Man kann aber auch eine indirekte Wirkung durch ein Teilbad erzielen, beispielsweise ein warmes Fußbad bei drohender Blasenentzündung.

Naturgemäß braucht man für ein Teilbad deutlich weniger Kräuter als für ein Vollbad.

Meistens reicht es aus, eine Kanne starken Tee zu kochen und dem Badewasser beizufügen.

Wie auch beim Vollbad kann man alternativ zu Kräutern auch eine Tinktur, ätherische Öle oder ein fertiges Badepräparat verwenden.

Für ein Teilbad kann man eine große Schüssel oder eine kleine Wanne verwenden. Der zu badende Körperteil sollte hinein passen.

Ansonsten wird das Teilbad genau so durchgeführt wie das Vollbad.

Dampfbad - Inhalation

Ein Dampfbad ist eine Sonderform eines Bades, denn man badet nicht im Wasser, sondern setzt sich dem Dampf von heißem Wasser aus.

Am häufigsten wird ein Gesichtsdampfbad zur Inhalation durchgeführt. Es hilft gegen Erkältungen, verstopfte Nase und Nebenhöhlenentzündungen. Auch gegen unreine Haut kann ein Gesichtsdampfbad helfen.

Traditionell wird ein Dampfbad meistens mit Kamille durchgeführt. Man kann auch ätherisches Pfefferminzöl in geringen Mengen verwenden.

So führen Sie ein Dampfbad durch:

Legen Sie ein großes Handtuch, eine hitzefeste Schüssel und Kräuter, z.B. Kamillenblüten bereit.

Geben Sie eine kleine Handvoll Kräuter in die Schüssel.

Bringen Sie Wasser zum kochen.

·         Stellen Sie die Schüssel auf einen Tisch auf eine hitzefeste Unterlage, z.B. ein Holzbrett.

·         Gießen Sie das kochende Wasser über die Kräuter in die Schüssel.

·         Setzen Sie sich an den Tisch und beugen Sie sich über die Schüssel.

·         Bedecken Sie Kopf und Oberkörper mit dem Handtuch, damit der Dampf sich darunter sammeln kann.

·         Nähern Sie sich dem heißen Wasser so dicht, wie Sie die Temperatur gerade noch aushalten.

·         Atmen Sie ruhig und tief. Der Dampf und die Kräuter-Wirkstoffe dringen in die Atemwege vor und helfen dort gegen Entzündungen und Infektionen. Die Atemwege werden befreit. Auch Entzündungen der Haut werden gelindert.

 



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